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06.07.2017

DFG legt 53. MAK- und BAT-Werte-Liste vor

Die Ständige Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die MAK- und BAT-Werte-Liste 2017 vorgelegt und der Bundesministerin für Arbeit und Soziales übergeben. Die Liste enthält 89 Änderungen und Neuaufnahmen. Eine besonders hohe Zahl von Neuerungen und Überprüfungen betrifft die Maximalen Arbeitsplatz-Konzentrationen (MAK-Werte). Für acht Stoffe, darunter Diethyl- und Butylbenzol sowie Citronensäure, legte die Kommission den MAK-Wert neu fest. Für 22 Stoffe, beispielsweise Acetonitril, Essigsäureanhydrid, Ethanol, Triethanolamin und N-Vinyl-2-pyrrolidon, änderte sie den Wert einschließlich der Kurzzeitwertkategorie und des Überschreitungsfaktors. Bestätigt wurde der Wert für 15 Stoffe nach eingehender Prüfung der neueren Literatur. Neu ist auch die Einstufung von Magnesiumoxid und 1,4-Dichlorbenzol in die Kanzerogenitäts-Kategorie 4. Für diese hat die Kommission MAK-Werte festgelegt, deren Einhaltung vor der Tumorentstehung schützt. Für die Stoffe Chlorthalonil und 2-Butoxyethanol konnte der Verdacht auf krebserzeugende Wirkung durch neue Informationen ausgeräumt werden.

Insgesamt enthält die Liste bei den krebserzeugenden Arbeitsstoffen sechs Überprüfungen und Neuerungen, 45 Stoffe mit MAK-Wert wurden zudem auf eine Gefährdung während der Schwangerschaft hin überprüft. Seit dem letzten Jahr berücksichtigt die Kommission zudem für die Ableitung von MAK-Werten das erhöhte Atemvolumen am Arbeitsplatz gegenüber Studien, bei denen Probanden in Ruhe verharren, oder gegenüber Inhalationsstudien am Tier. Für 32 Stoffe sind daraufhin die MAK-Werte bereits überprüft und teilweise abgesenkt worden.

Alle genannten Stoffe prüfte die Kommission auch auf ihre atemwegs- und hautsensibilisierenden Eigenschaften, bei Bis(morpholino)methan wurde neu auf die hautsensibilisierende Wirkung hingewiesen. Drei Stoffe erhielten erstmals den Warnhinweis, dass auch die Aufnahme durch die Haut wesentlich zur Gefährdung der Gesundheit beitragen kann, bei 13 weiteren Stoffen wurde dieser Hinweis beibehalten. Im Teil „BAT-Werte, BLW, EKA und BAR“ gibt es zehn Änderungen und Neuaufnahmen. Festgelegt wurden BAT-Werte für Aluminium, Tetrachlorethen und Toluol, für Kupfer konnte hingegen kein Wert abgeleitet werden. Der BAT-Wert für Ethylenglykoldinitrat musste gestrichen werden, weil er durch die eigentlich notwendige Absenkung nicht mehr zuverlässig messbar wäre. Für Diethylhexylphthalat wurde ein BLW-Wert festgelegt, der Wert für Cobalt wurde geändert.

Zu jedem überprüften Stoff liegt eine ausführliche wissenschaftliche Begründung vor. Die Vorschläge für Änderungen und Neuaufnahmen stehen bis zum 31. Dezember 2017 zur Diskussion. Bis dahin können dem Kommissionssekretariat neue Daten oder wissenschaftliche Kommentare vorgelegt werden.
Die Liste liegt in gedruckter Form und digital im Open Access vor. Die elektronische Fassung steht in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung.

www.dfg.de/mak



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