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Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft - Ausgabe 6-2006

Sind Gefährdungen durch Feuchtarbeit und durch das Tragen feuchtigkeitsundurchlässiger Schutzhandschuhe aus arbeitsmedizinischer Sicht vergleichbar?

Eine Überprüfung anhand der Kriterien der evidenzbasierten Medizin

Bei täglich mehr als zweistündigem Handschuhtragen sind nach der neuen Gefahrstoffverordnung (GefStoffV, Anhang V) vom 1. Januar 2005 Vorsorgeuntersuchungen vom Arbeitgeber anzubieten, bei vier oder mehr Stunden pro Schicht ist eine Untersuchung vorgeschrieben. Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) 531 sehen bei einer Gefährdung durch Arbeiten im feuchten Milieu (Feuchtarbeit) die gleichen Vorsorgeuntersuchungen vor wie bei der Gefährdung durch das Tragen von feuchtigkeitsundurchlässigen Schutzhandschuhen, was einer Gleichbehandlung der potenziellen Gefährdungen entspricht. Im Rahmen der vorliegenden Literaturstudie wurde anhand Kriterien der evidenzbasierten Medizin geprüft, ob Feuchtarbeit und das Tragen okklusiv wirkender Schutzhandschuhe bezüglich ihrer Gefährlichkeit für das Entstehen einer Hautschädigung gleichgesetzt werden können. Literaturerkenntnisse wurden mit betriebsärztlichen Erfahrungsberichten verglichen. Die Auswertung ergab, dass es keine hinreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, die diese These aus arbeitsmedizinischer Sicht begründen. Für eine Hautschädigung durch das Tragen von feuchtigkeitsundurchlässigen Schutzhandschuhen gibt es in der Literatur lediglich vereinzelte Hinweise.

Wet work and wearing of occlusive gloves – are both impacts similar? A comparison based on the criteria of evidence-based medicine

The new Ordinance on hazardous substances (Gefahrstoffverordnung, Appendix V) of 01. 01. 2005 includes measures like the one that wearing occlusive gloves for more than two hours a day has to be accompanied by preventive measures to be offered by the employer. With wearing occlusive gloves for four or more hours per shift health surveillance examination of the employee is imperative. Within the technical rule for hazardous substances (TRGS) 531 wet work in Germany leads to the same preventive measures as wearing occlusive gloves applying an equal treatment of the potential hazards. In the following article we tried to verify whether wet work and wearing occlusive gloves are equally hazardous with regard to the development of skin damage. This was done due to the principles of evidence-based medicine by searching the scientific literature. Furthermore, the results were matched with the occupational health experiences. As a result we found no persuasive evidence that justifies the equalization of wet work and wearing occlusive gloves as similar exposures for skin damage. Only scattered instances in literature could be found that suggest skin damage because of wearing occlusive gloves over a longer period.

Autor(en):
Ochsmann, E.; Drexler, H.; Schaller, K. H.; Roos, G.; Korinth, G.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft 6-2006, Seite 245-251
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