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Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft - Ausgabe 6/2008

Langzeitbeobachtung von Immissionswirkungen - 30 Jahre Bioindikation in Bayern

Als Reaktion auf das Problem der neuartigen Walderkrankungen wurde 1972 das Bayerische Landesamt für Umweltschutz (LfU) gegründet. Mit der Einführung der Immissionsökologie standen die Wirkungen von Luftschadstoffen auf Pflanzen und Ökosysteme im Mittelpunkt. Begonnen wurden die wirkungsbezogenen Erhebungen mit dem bayernweiten Bioindikatornetz Standortfichten und den Auswirkungen des „sauren Regens“. Schwermetalle und organisch-chemische Substanzen gelangen ebenfalls durch anthropogene Aktivitäten in die Umwelt. Sie werden sowohl in den landesweiten Messnetzen Fichte (PCDD/F) und epiphytisches Moos (Metalle) flächendeckend untersucht, können aber auch mit aktiven Bioindikationsverfahren wie Standardisierter Gras- und Grünkohlkultur erfasst werden. Hier bietet sich einerseits der Einsatz der Bioindikatoren gezielt im Wirkungsbereich möglicher Schadstoffquellen an. Andererseits wird damit im Zuge der Dauerbeobachtung fernab von Emittenten die Hintergrundbelastung ermittelt. Untersuchungen an Tabakpflanzen gehen der pflanzenschädigenden Wirkung von Ozon nach.

Long term observation of pollution effects – 30 years of biomonitoring in Bavaria

In the field of environmental protection the 1970ies were characterized by the symptoms of the “Waldsterben” (forest decline). Therefore, in Bavaria the newly founded Landesamt für Umweltschutz (Environmental Protection Agency) has to deal with the effects of air pollution on ecosystems and plants. We started with two bioindicator networks spread over the whole area of Bavaria. They detect regional differences and temporal development of pollution effects. Spruce needles are tested for sulphur to study the effects of SO2 pollution, epiphytic mosses are analysed for heavy metals to determine the influence of other anthropogenic activities. For the assessment of background pollution of special areas examinations were expanded by the active bioindicators ‘standardised grass culture’, ‘curly kale’ and tobacco plants.

Autor(en):
Köhler, J.; Nittka, J.; Außendorf, M.; Peichl, L.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft 6/2008, Seite 227-234
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