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Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft - Ausgabe 4/2011

Ermittlung von PCB-Quellen im Dortmunder Hafen mittels Exposition von pflanzlichen Bioindikatoren

Immissionsbedingte Wirkungen werden im Rahmen der Erhebungen zum Wirkungsdauermessprogramm Nordrhein-Westfalen u. a. mit den Bioindikatoren Grünkohl oder Graskultur nach standardisierten Verfahren durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW ermittelt. Die Standorte liegen sowohl im ländlichen Raum als auch in Ballungsgebieten und teilweise finden die Erhebungen parallel an Messpunkten zur Überwachung der Luftqualität statt. Während die Luftqualitätsmessungen an der Messstation in Dortmund-Eving 2006 und 2007 keine Auffälligkeiten zeigten, ergaben die Auswertungen insbesondere von Grünkohl, aber auch der Graskultur in diesen Jahren an diesem Messpunkt, einen Anstieg der PCB-Gehalte entgegen dem Trend an den übrigen Messstellen in Ballungsgebieten. Überprüfungen im näheren Umkreis um den Messpunkt ergaben keine Hinweise auf eine mögliche PCB-Quelle. Um abzuschätzen, ob ggf. im ca. 1 km westlich gelegenen Stadthafen die Ursache zu finden sei, wurden im November 2008 orientierende Grünkohluntersuchungen in direkt benachbarten Kleingärten vorgenommen. Die hohen PCB-Gehalte im Grünkohl bestätigten die Annahme, dass im Hafen PCB-Quellen vorlagen. Nachdem die weitere Überprüfung potenzieller Quellen keine Auffälligkeiten ergeben hatte, wurde im Jahr 2009 ein Graskulturprogramm im Hafen installiert; Ziel war die Identifizierung bzw. Eingrenzung relevanter PCB-Quellen. Schließlich konnten zwei bis drei Schwerpunktgebiete für eine gezielte Suche im Hafen ermittelt werden. Die Ergebnisse belegen, dass die Exposition von Bioindikatoren als sensible Sammler von Schadstoffen gut geeignet ist, sowohl zur Auffindung von Stoffen/Quellen als auch zur Überwachung emissionsmindernder Maßnahmen.

Finding of PCB-sources in the harbour of Dortmund by exposure of vegetable bioindicators

Immission caused effects are detected by the North Rhine-Westphalian state agency for nature, environment and consumer protection (LANUV) in the framework of a measuring program (Wirkungsdauermessprogramm NRW) exposing the bioindicators green cabbage or standardised grass culture. At present, 13 monitoring locations are established in rural areas and urban agglomeration by LANUV. To some extent, the investigations take place at the same sites where monitoring of air quality is conducted, too. While the air quality monitoring did not show any conspicuity at the measuring point in Dortmund-Eving in the years 2006 and 2007, the evaluation of the bioindicators grass culture and especially green cabbage added up to an increase of the PCB concentration in the standardized plants although the PCB results of bioindicators exposed in urban agglomeration generally decreased. Investigations of the surveillance authority gave no hints of a responsible emitter in the vicinity. To find out if the source of the contamination in the standardized plants had its origin in the harbour, 1 km west of the measuring point, LANUV took samples of green cabbage from gardens directly next to the harbour in autumn 2008. The high concentrations in the vegetables approved the assumption that the source of PCB contamination was to be found in the harbour. The check of eight potential PCB-sources in the harbour region showed no indication of conspicuous causers. For this reason, in 2009 LANUV designed an investigation program by exposing the standardized grass culture in the harbour region to find out the relevant PCB source(s) or to narrow down the potential emitters. As result of the exposure of the grass culture, two to three areas in the harbour were identified where relevant PCB-emitters should be searched for. These results demonstrate that bioindicators are appropriate to detect hazardous substances/sources and to control the effects of emission reduction actions.

Autor(en):
Radermacher, L.; Altenbeck, P.; Kraft, M.; Delschen, T.; Hiester, E.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft 4/2011, Seite 159-164
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