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Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft - Ausgabe 03-2002

Schimmelpilze in Schwebstofffiltern von Lüftungsanlagen in Fahrzeugen . Teil I: Laboruntersuchungen

Im Auftrag der Tiefbau-Berufsgenossenschaft wurde in den Jahren 1999/2000 vom Labor Dr. Rabe HygieneConsult der erste Teil eines Forschungsprojekts durchgeführt, das klären soll, ob und unter welchen Bedingungen Schimmelpilze in der Lage sind, Schwebstofffilter, die in Belüftungsanlagen von Erdbaumaschinen eingesetzt werden, zu durchwachsen. Die Ergebnisse der Laborversuche zeigen, dass Schimmelpilze in der Lage sind, Staub mit einem hohen Anteil organischer Substanz als Kohlenstoffquelle für ihr Wachstum zu nutzen. Bei konstanter Luftfeuchte von 86 % und höher keimten Pilzsporen auf staubbeladenen Hochleistungsschwebstoff(HEPA)-Filtern, und die Pilze wuchsen durch die Filter hindurch. Bei Filtern, die in Simulation realer Einsatzbedingungen von Kabinenluftfiltern im 8/16-Stunden-Rhythmus in einem Klimakanal mit konditionierter Luft durchströmt wurden, wurde bei hoher Luftfeuchte (Median: 97 % relative Feuchte) bereits nach sechs Tagen eine geringfügige Durchwachsung der Filter festgestellt, nach 19 Tagen war sie erheblich. Deutlich reduziert, wenn auch nicht unterdrückt, war das Pilzwachstum auf den Filtern bei einem Median von 85 % relativer Feuchte. Innerhalb von vier Wochen waren auf der Reinluftseite nur in geringem Maße Pilze nachzuweisen; zur Freisetzung von Pilzsporen kam es nicht. Eine weitere Versuchsserie mit variierender, ziemlich hoher relativer Feuchte wurde über einen Zeitraum von sechs Wochen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen eine Durchwachsung der Filter mit zunehmender Versuchsdauer unter Bildung von Sporenträgern auf der Reinluftseite. Bei Versuchsende war die Sporenfreisetzung bemerkenswert. Aus den Ergebnissen der Laborversuche muss geschlossen werden, dass unter Bedingungen, die die Praxisverhältnisse mehr oder weniger gut abbilden, Schimmelpilze in der Lage sind, HEPA-Filter zu durchwachsen und auf der Reinluftseite neue Sporen zu bilden, die in die Reinluft abgegeben werden.

Mould fungi in high efficiency particulate air (HEPA) filters in vehicle air supply systems – Part I: Laboratory research

In 1999/2000 the Dr. Rabe HygieneConsult laboratory conducted the first part of a research project on behalf of the Tiefbau-Berufsgenossenschaft (institution for statutory accident insurance and prevention in the civil engineering sector); the project is designed to establish whether and under which conditions mould fungi are able to permeate high efficiency particulate air (HEPA) filters used in the ventilation systems of earth-moving machinery. The laboratory results demonstrate that mould fungi can use dust with a high proportion of organic matter as a source of carbon for growth. Given a constant 86 % relative humidity of air or higher, mould spores germinated on dust-treated HEPA filters and the mould fungi grew through the filters. In filters used in a simulation of in-vivo conditions, where cabin air filters were exposed, in a 8/16 hour rhythm, to circulated conditioned air passed through a climatic wind tunnel, slight growth through the filter was already found after 6 days at a higher air humidity (median: 97 % relative humidity) and after 19 days the penetration was considerable. Mould fungi growth on the filters was substantially re duced at a median of 85 % relative humidity of air. There was only slight mould to be found on the clean air side within four weeks; there was no release of mould fungal spores. A second test series using a varying degree of rather high relative air humidity was carried out over a period of 6 weeks. The results demonstrate that mould penetration of the filter was found as the exposure period elaps ed, together with formation of spore carriers on the clean air side. By the end of the six-week period, there was considerable spore release. The results of our laboratory tests clearly illustrate that under con ditions closely approxi mating those commonly present in normal use, mould fungi are able to penetrate HEPA filters and form new spores on the clean air side, which are then released into the clean air flow.

Autor(en):
Rabe, R.; Vogt, B.; Taleki, S.; Schies, U.; Scholbeck, R.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft 03-2002, Seite 83-87
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