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Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft - Ausgabe 11/12-2003

Innere und äußere Belastung mit polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) bei Beschäftigten eines Bitumen verarbeitenden Betriebes

Seit der toxikologischen Neubewertung im Jahre 2001 ist der berufliche Umgang mit Bitumen und bitumenhaltigen Produkten wieder in den Mittelpunkt des Interesses geraten. In der vorliegenden Studie wurden 134 Beschäftigte eines Bitumen verarbeitenden Betriebes hinsichtlich äußerer und innerer PAK-Belastung untersucht. Dabei lagen die Temperaturen des Bitumens, mit dem die Beschäftigten in Kontakt kamen, überwiegend unter 50 °C. Die äußere Exposition wurde mithilfe personengebundener Luftmessungen (16 EPA-PAK) bestimmt. Zur Erfassung der inneren PAK-Belastung wurden die Metabolite 1-Hydroxypyren (OH-Pyr); 1-, (2+9)-, 3- und 4-Hydroxyphenanthren sowie 1- und 2-Naphthol im Urin bestimmt. Als Kontrollkollektiv wurden 65 beruflich nicht PAK-exponierte Personen untersucht. Unter den Nichtrauchern ließ sich ein signifikanter Unterschied zwischen bitumenexponierten Arbeitern und den Kontrollen nur bei der OH-Pyr-Ausscheidung feststellen. Alle im Urin gemessenen PAK-Metabolitenkonzentrationen lagen im Bereich der Basisausscheidung der Allgemeinbevölkerung. Es ist daher davon auszugehen, dass bei der hier untersuchten Form der Bitumenverarbeitung das zusätzliche Gesundheits risiko durch PAK-Exposition unter Berücksichtigung der bestimmten Parameter vernachlässigt werden kann. Raucher wiesen generell höhere Werte für alle im Urin untersuchten PAK-Metaboliten auf. Dies gilt für Bitumenexponierte und Kontrollen. Die Raucher des Kontrollkollektivs hatten höhere PAK-Ausscheidungen als die nicht rauchenden bitumenexponierten Personen.

Internal and external exposure of employees in a bitumen

processing plant to polycyclic aromatic hydrocarbons (PAH)
Since certain bitumens have been toxicologically reevaluted in 2001, using bitumen and bitumen-containing products at workplaces is again in the centre of interest. In the present study 134 employees in a bitumen processing plant were examined with respect to their external and internal exposure to PAHs. The temperatures of the bitumens to which the employees may get in contact with were predominantly below 50 °C in this case. The external burden was determined by means of personal air monitor ing (16 EPA-PAH). In order to assess the internal burden the urinary metabolites 1-hydroxypyrene (OH-Pyr); 1-, 2(+9)-, 3- and 4-hydroxyphenanthrene and 1– and 2-naphthol were determined. 65 subjects occupationally not exposed to PAHs were examined as control group. Among the non smokers a significant difference between the bitumen-exposed and the controls was observed only with respect to OH-Pyr. All these urinary concen trations were not significantly different from the background burden of the general population. Thus, it is assumed that the additional health risk result ing from the way of bitumen processing in vestigated in this study can be neglected. Smokers exhibited elevated concentrations of PAH metabolites in comparison to their non smoking colleagues. This applies to both bitumen-exposed and controls. Smokers among the controls exhibited higher urinary PAH concentrations than non smoking bitumen-exposed subjects.

Autor(en):
Preuss, R.; Roßbach, B.; Korinth, G.; Müller, J.; Drexler, H.; Angerer, J.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft 11/12-2003, Seite 461
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