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Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft - Ausgabe 11-12/2014

Analysen historischer „Columbia-Farbstoffe“ der Farbenfabrik Wolfen im Hinblick auf krebserzeugende Azofarbstoffe

Die Berufskrankheit (BK) 1301 „Schleimhautveränderungen, Krebs oder andere Neubildungen der Harnwege durch aromatische Amine“ umfasst auch Erkrankungen durch Exposition gegenüber krebserzeugenden Azofarbstoffen. Bei in der Vergangenheit verwendeten Farbstoffen, die in BK-Feststellungsverfahren ermittelt wurden, ist häufig nicht klar, ob es sich um Azofarbstoffe handelt, die krebserzeugende aromatische Amine freisetzen können. Daher wurden 22 historische Farbstoffe aus einem Farbmusterbuch der Farbenfabrik Wolfen (1960er-Jahre) mittels Gaschromatographie/Massenspektrometrie nach reduktiver Azospaltung mit Dithionit sowie Zinn(II)chlorid/Salzsäure auf freisetzbare krebserzeugende Amine analysiert. Bei elf Farbstoffen, deren Struktur bekannt war, konnte die durch die Struktur vorgegebene Freisetzung bzw. Nichtfreisetzung krebserzeugender Amine bestätigt werden. Weitere neun Farbstoffe sind durch die Analysen als eindeutig krebserzeugend bzw. nicht krebserzeugend einzustufen. Bei zwei Farbstoffen kann keine eindeutige Zuordnung vorgenommen werden.

Analyses of the historic „Columbia dyes“ from Farbenfabrik Wolfen for carcinogenic azo dyes

Occupational disease BK 1301 „Mucosal changes, cancer or other neoplasms of the urinary tract caused by aromatic amines“ also covers diseases from exposure to carcinogenic azo dyes. In the case of historically used dyes identified in determination proceedings for occupational diseases, it is not often clear whether these are azo dyes capable of releasing carcinogenic aromatic amines. Twenty-two historic dyes of a colour sample catalogue of Farbenfabrik Wolfen (1960s) have therefore been analysed for releasable carcinogenic amines by gas chromatography/mass spectrometry after reductive azo decomposition with dithionite and with stannous chloride/hydrochloric acid. For eleven dyes whose structure was known, the structure-related release or non-release of carcinogenic amines has been confirmed. A further nine dyes could be classified as distinctly carcinogenic or non-carcinogenic by analysis. Two dyes are not amenable to distinct classification.

Autor(en):
Neumeister, L.; Bernards, M.; Quellmalz, K.; Pflaumbaum, W.; Lichtenstein, N.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft 11-12/2014, Seite 476-482
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