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Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft - Ausgabe 11-12/2015

Emissionsverhalten von reaktiven Polyurethan-Schmelzklebstoffen

Reaktive Polyurethan-Schmelzklebstoffe werden in großem Umfang in Industrie und Handwerk eingesetzt. Hierbei können Isocyanate wie Diphenylmethandiisocyanat (MDI) freigesetzt werden. Diese Stoffe können Asthma auslösen und MDI steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Für eine emissionsarme Anwendung wurden verschiedene Klebstoffe entwickelt. Je nach Verarbeitung variieren die Einsatzmengen vom Tonnen- bis in den Grammbereich, die technischen Schutzmaßnahmen sind betriebsspezifisch ausgestaltet. Daher stellte sich die Frage nach einer validen und reproduzierbaren Prüfung des klebstoffspezifischen Emissionsverhaltens. In einer speziell entwickelten Prüfapparatur wurden 35 Klebstoffe verschiedener Hersteller untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass der Gehalt an monomeren Isocyanaten und die Verarbeitungstemperatur entscheidenden Einfluss auf die Emission haben. Niedrigtemperatur- und Standardklebstoffe unterscheiden sich bei gleichem Isocyanatgehalt etwa um den Faktor 10 in ihren Emissionen. Noch niedrigere Emissionen zeigen kennzeichnungsfreie Schmelzklebstoffe. Bisher fehlte eine Möglichkeit, die besonders emissionsarmen Produkte valide auszuwählen. Die Untersuchungen ermöglichen eine klare Kategorisierung der verschiedenen Klebstoffsysteme in Bezug auf ihr Emissionsverhalten. Für die Branche Buchbinderei besteht jetzt die Möglichkeit, das Zertifikat „DGUV Test emissionsgeprüft“ für emissionsarme reaktive PUR-Schmelzklebstoffe zu erhalten.

Emission behaviour of reactive polyurethane hotmelt adhesives

Reactive polyurethane (PU) hotmelt adhesives are used on a large scale in industry and craft businesses. Isocyanates like methylene diphenyl diisocyanate (MDI) can be released in the process. These substances can trigger asthma and MDI is suspected of causing cancer. For low-emission application, a variety of adhesives have been developed. Depending on the processing method, the quantities used can range from tonnes to grams, with the technical protective measures being adapted to the specific conditions on site. The question therefore arises as to ways of validly and reproducibly testing an adhesive‘s specific emission behaviour. In a specially developed test apparatus, 35 ad‧hesives from different manufacturers were investigated. It was shown that the content of monomeric isocyanates and the processing temperature have a decisive effect on emissions. With the same isocyanate content, low-temperature and standard adhesives can differ by roughly a factor of 10 in their emissions. Even lower emissions are shown by hotmelt adhesives not subject to compulsory labelling. Until now, there has been no validated way of selecting extra-low-emission products. The investigations permit a clear categorisation of the various adhesives systems in terms of their emission behaviour. For the bookbinding sector, it is now possible to obtain a „DGUV emission-tested“ certificate for low-emission reactive PU hotmelt adhesives.

Autor(en):
Cuno, E.; Brandt, B.; Assenmacher-Maiworm, H.; Buchwald, K.-E.; Hahn, J.-U.; Hensel, T.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft 11-12/2015, Seite 457-464
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