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Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft - Ausgabe 5/2016

Deponiebelüftung zum Klimaschutz

Aus Deponien unkontrolliert entweichende Methanemissionen weisen eine hohe Klimarelevanz auf, zumal sich auch in stillgelegten Siedlungsabfalldeponien noch über Jahrzehnte Deponiegas bildet. Eine energetische Verwertung des erfassbaren Deponiegases erfolgt häufig nur etwa zehn bis 15 Jahre lang nach Beendigung der Abfallablagerung. Nach Abschluss der Gasverwertungsphase wird jedoch noch eine langfristige Deponierestgasbehandlung erforderlich, um eine konsequente Vermeidung von Methanemissionen mit ihren erheblichen Klimaauswirkungen zu gewährleisten. Mit einem Gaserfassungsgrad von ca. 20 bis 60%, der auf deutschen Siedlungsabfalldeponien derzeit erzielt wird, wird dies jedoch nur in reduziertem Umfang erreicht. Dagegen stellt die Deponiebelüftung bzw. aerobe In-situ-Stabilisierung eine deutlich effizientere Methode der Vermeidung von Methanemissionen dar. Durch die beschleunigte und kontrollierte aerobe Umsetzung bioverfügbarer Restorganik im Deponiekörper werden klimaschädigende Deponiegasemissionen signifikant reduziert. Außerdem ermöglicht das Verfahren einen Erfassungsgrad geringmethanhaltiger Abluft von nahezu 100%. In einem zeitlichen Rahmen von ca. sechs bis acht Jahren kann die aerobe In-situ-Stabilisierung das Gasemissionspotenzial in einem Umfang reduzieren, für den bei herkömmlichen Verfahren zur Schwachgasbehandlung mehrere Jahrzehnte erforderlich werden. Daher ist die Anerkennung der Deponiebelüftung als Klimaschutzmaßnahme mit einer Investitionsförderung über die Nationale Klimaschutzinitiative sehr zielführend. Im September 2015 sind die Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Förderfähigkeit und die Förderungshöchstsumme nochmals verbessert worden.

Landfill aeration for climate protection

Uncontrolled methane emissions from landfills are of high climate relevance, as even on closed municipal solid waste landfills methane emissions can be generated for decades. An energetic utilisation of the collectable gases usually takes place only 10 to 15 years after completion of waste disposal. However, after termination of the gas utilisation phase, a longer treatment of the residual gas is still necessary to ensure a consequent prevention of methane emissions with their significant impact on climate. With a gas collection rate of around 20 to 60%, which can be reached on German waste landfills at the present time, this can, however, only be achieved in a reduced extent. Therefore, the landfill aeration or the aerobic in situ stabilisation is a far more efficient method to prevent methane emissions. Through the accelerated and controlled aerobic degradation of bio-available organic material in the landfill body the amount of climate harming landfill gases can be reduced significantly. Moreover, this procedure allows a gas collection rate of low methane containing exhausts of almost 100%. In a timeframe of 6 to 8 years the aerobic in situ stabilisation can reduce the gas emission potential to an extent, for which conventional methods for a weak gas treatment need decades. Hence, the approval of landfill aeration as a climate protection measure with a promotion of investments from the German national climate initiative can be generally regarded as effective. In September 2015 further improvements were made to the underlying conditions, related to the conditions for applications and the maximum amount of financial support.

Autor(en):
Heyer, K.-U.; Hupe, K.; Stegmann, R.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft 5/2016, Seite 159-163
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