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Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft - Ausgabe 11-12/2017

Dieselmotoremissionen: ein Arbeitsplatzgrenzwert oder mehrere?

Im Frühling 2017 verabschiedete der Ausschuss für Gefahrstoffe nach langjähriger Diskussion einen Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) für Dieselmotoremissionen (DME). Dieser neue Grenzwert bezieht sich auf Dieselrußpartikel und liegt bei 50 µg/m³. Als Messgröße wurde der Anteil elementaren Kohlenstoffes in Dieselrußpartikeln herangezogen. DME bestehen aus weiteren Stoffen, was ebenfalls berücksichtigt wurde. Für Kohlenstoffdioxid, Kohlenstoffmonoxid, Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid waren bereits eigene AGW in der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 900 etabliert. Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und nitrierte PAK wurden für die Grenzwertableitung als quantitativ nicht relevant erachtet. Die derzeit vorliegenden Erfahrungen beim Menschen wurden als quantitativ nicht belastbar angesehen. Daher erfolgte die Ableitung des AGW auf einer tierexperimentellen Langzeitinhalationsstudie. Ziel war die Verhinderung einer chronischen Entzündung, die auch zu Lungenkrebs führen kann. Auf der Basis dieses Wirkprinzips wurde ein Schwellenwert für die Krebs erregende Wirkung angenommen. Daher konnte ein AGW festgelegt werden.

Diesel engine exhaust: one occupational exposure limit or several ones?

After a long-standing discussion the German Committee on
Hazardous Substances concluded on an occupational exposure limit (OEL) for diesel engine exhaust in spring 2017. This new OEL was fixed to 50 µg/m³ analyzed in the diesel soot particle fraction. Specifically, it is related to the dose metrics elemental carbon. Diesel engine emissions contain further chemical substances like carbon monoxide, carbon dioxide, nitrogen monoxide and nitrogen dioxide with already previously allocated OELs contained in the German Technical Rule for Hazardous Substances 900. Polycyclic aromatic hydrocarbons (PAH) and nitrated PAH were considered not to be quantitatively relevant for the Diesel OEL(s). The epidemiological data were judged not to be quantitatively reliable for OEL derivation. Thus, OEL derivation was based on an experimental chronic inhalation study. OEL derivation was based on the endpoint inflammation. Inflammation was also seen as underlying cause for a possible lung cancer induction. As a consequence, a thre‧shold-like mode of action was assumed for carcinogenicity. Thus, a health-based OEL could be derived also protective with respect to carcinogenicity.

Autor(en):
Gebel, T.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft 11-12/2017, Seite 467-472
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