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Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft - Ausgabe 7-8/2019

Die Bioklimakarte von Deutschland:Zeitraum 1981 bis 2010

Zur human-bioklimatischen Charakterisierung von Landschaftsräumen in Deutschland werden die während eines 30-jährigen Klimazeitraums auftretenden Tage mit erhöhter thermoregulatorischer Anforderung an den menschlichen Organismus (Tage mit Wärmebelastung und Kältereiz) herangezogen. Die Bioklimakarte von Deutschland beruht auf einer Analyse von Stationsmessungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit dem Klima-Michel-Modell, einem Wärmehaushaltsmodell des Menschen, das die Verknüpfung zwischen Wetter bzw. Klima und thermischem Empfinden des Menschen liefert. Als Bewertungsgröße dient seit der Bioklimakarte für den Zeitraum 1971 bis 2000 die Gefühlte Temperatur. Für die human-bioklimatische Analyse des Zeitraums 1981 bis 2010 wurde das Bewertungsverfahren grundlegend überarbeitet und inhaltlich um zwei bedeutende Aspekte erweitert. Zum einen wurde der hohen gesundheitlichen Bedeutung feuchtwarmer Bedingungen (Schwüle) stärkeres Gewicht verliehen, zum anderen wurde die Anpassung des Menschen berücksichtigt, indem für jeden Zeitpunkt die 30-tägige Vorgeschichte in die human-biometeorologische Bewertung eingeflossen ist.

The bioclimate map of Germany: Period 1981 to 2010

For the human bioclimatic characterization of landscape areas in Germany, the days with increased thermoregulatory demands on the human organism occurring during a 30-year climate period can be used. The bioclimatic map of Germany is based on an analysis of station data from the German Weather Service (DWD) using the “Klima-Michel-Modell”, a human heat balance model that provides the link between weather/climate and thermal perception of a human. Since the bioclimatic map for the period 1971 to 2000, the perceived temperature has served as the quantifying parameter. For the human-bioclimatic analysis of the period 1981 to 2010, the evaluation procedure has been fundamentally revised and extended by two significant aspects. On the one hand, humid-warm conditions (sultriness) being high in health relevance were given greater weight. On the other hand the adaptation of humans was considered using the previous 30-days for each point in time during the process of the human biometeorological evaluation.

Autor(en):
Graw, K.; Grätz, A.; Matzarakis, A.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft 7-8/2019, Seite 269-275
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