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Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft - Ausgabe 10/2019

Reduktion der inhalativen Exposition von Formaldehyd in der Anatomie unter Verwendung von Weitwurfdüsen und Polymerisation von Formaldehyd mit InfuTraceTM

Formaldehyd stellt weltweit das am meisten verwendete Fixativ zur Konservierung anatomischer und pathologischer Präparate in der Human- und Veterinärmedizin dar. Die Einführung des rechtsverbindlichen Arbeitsplatzgrenzwerts (AGW) von 0,37 mg/m3 im Jahr 2015 erforderte umfangreiche Maßnahmen zur Reduktion hoher Expositionen. Am Anatomischen Institut der Universität Gießen wurden deshalb verschiedene organisatorische sowie lüftungs- und präparationstechnische Maßnahmen zur Reduktion erprobt und deren Erfolg durch messtechnische Bestimmung der inhalativen Exposition gegenüber Formaldehyd überprüft. Sehr erfolgreich konnte der AGW durch die Kombination einer Nachbehandlung der fixierten Präparate mit dem formaldehydbindenden Reagenz InfuTraceTM und modifizierter Luftführung unter Verwendung von Weitwurfdüsen über den Präpariertischen auch bei kritischen Präparationsschritten weit unterschritten werden. In diesem Beitrag werden die Effizienz der organisatorischen Maßnahmen diskutiert sowie die Konstruktion der Weitwurfdüsen und die optimierte präparative Nachbehandlung mit InfuTraceTM vorgestellt, die zur sicheren Einhaltung des AGW beitragen können.

Low cost and effective reduction of formaldehyde in gross anatomy: Formaldehyde destruction using InfuTraceTM

Formaldehyde is extraordinary effective for fixation of human bodies and routinely used in embalming solutions in anatomical dissection all over the world. High concentrations in vapours emitted from corpses embalmed with formaldehyde force the necessity to reduce the exposure for fulfilling Permissible Exposure Limits (PEL) worldwide. To monitor the emission more than fifty human corpses were examined at different dissection steps while skin was removed, subcutaneous fat and muscles were dissected, and during opening of the thorax and of the abdominal wall. Best results were achieved by a combination of post-embalming treatment with InfuTraceTM applied to 3% fixed corpses and a modified ventilation system with three long throw nozzles fixed over the length of the dissection table. The data gener‧ated clearly underline the necessity for a combination of different methods – chemical destruction combined with a modified ventilation system – to reduce formaldehyde loads in a dissection course when using conventionally formaldehyde fixed corpses.

Autor(en):
Pfeil, S.; Hieke, H.; Brohmann, P.; Wimmer, M.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
Gefahrstoffe- Reinhaltung der Luft 10/2019, Seite 367-377
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