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10.10.2018

NABU-Hamburg: Aufbau eines Bürger-Luftmessnetzes in Hafennähe

Das städtische Messnetz besteht aus nur wenigen Stationen, welche zudem entweder Straßen erfassen oder die städtische Hintergrundbelastung messen. Das Projekt setzt sich das Ziel, die großen Lücken im Bereich Norderelbe zu schließen, um die Umwelt- und Gesundheitsgefährdung, die von Schiffen und Hafen ausgehen, besser abschätzen, einordnen und darstellen zu können.

Das Luftmessnetz in Hamburg ist grob gerastert. Mit Ausnahme der Luftmessstation am Altonaer Elbhang gibt es auf der Nordseite der Elbe, wo durch den vorherrschenden Süd-West-Wind die meisten Emissionen ankommen, keine Messstellen. Entsprechend dünn ist die offizielle Datenlage zu Luftschadstoffen in Hafennähe entlang der Elbe (zwischen Hafencity über die Neustadt, St. Pauli, Altona, Ottensen, Flottbek bis Wedel). Mit der Einrichtung von vier eigenen Messstationen als Basisnetz sollen zusätzliche Daten gewonnen, interpretiert und veröffentlicht werden, um mehr Klarheit über den Grad der Luftverschmutzung aus Schifffahrt und Hafen zu bekommen. Diese Belastungen sollen mit Hintergrunddaten des offiziellen Messnetzes verglichen und ins Verhältnis zu den hochfrequentierten Straßen in vom Hafen entfernten Stadtteilen gesetzt werden.

Mit seinem Projekt will der Naturschutzbund (NABU) Hamburg Bürgerinnen und Bürger über die schlechte Luftqualität, die Quellen, die Folgen und mögliche Abhilfemaßnahmen informieren. Noch ist das Bewusstsein über das Ausmaß der hafen- und schiffsbezogenen Emissionen und die damit verbundenen negativen Gesundheit- und Umweltwirkungen unterentwickelt. Deswegen plant der NABU im Rahmen des Projektes vier Informationsveranstaltungen entlang der Elbe, bei denen einerseits NABU-Mitarbeiter fachlichen Input zum Thema Schiffs- und Hafenemissionen liefern sowie Fachleute (z. B. HPA, BSH, Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Lungenärzte) zusätzliche Expertise beisteuern. Im Rahmen öffentlicher Bürgerveranstaltungen soll über das Projekt, die Problemlage und Lösungsmöglichkeiten berichtet werden. Behörden und Politik sollen hierüber ebenfalls eingebunden werden.

Um das eigene Projekt-Basisnetz von vier Stationen zu erweitern, sollen Anwohner oder Anwohnergruppen über die Veranstaltungen ermuntert werden, eigene Messstationen zu installieren, um das Messnetz zu verdichten und über die Projektphase hinaus zu verstetigen. Als Kooperationspartner für das Messsystem steht die Firma „Breeze Technologies“ als Partner zur Verfügung. Das junge Start-Up, das 2017 mit dem Hamburger Gründerpreis ausgezeichnet wurde, stellt diese Systeme zur Verfügung, bereitet die gesammelten Daten auf und macht sie für die Öffentlichkeit über ihre eigene sowie die NABU-Website verfügbar.

http://map.breeze-technologies.de
www.umweltruf.de



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