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30.01.2019

Für saubere Raumluft: Lackmöbel ohne Lösemittel

Die Luftqualität an deutschen Straßen wird immer häufiger in der Öffentlichkeit diskutiert. Doch auch in Gebäuden können beispielsweise Lösemittel in Möbeln, Fußbodenbelägen oder anderen Einrichtungsgegenständen Schadstoffe an die Luft abgeben. Ein neues Projekt der Firma Innovative Oberflächentechnologien (IOT, Leipzig) will dazu beitragen, dass diese künftig besser wird. Dabei wird das Unternehmen fachlich und finanziell mit rund 332.000 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. Unterstützt wird IOT bei dem Projekt vom Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM, Leipzig).

Damit Küchen oder andere Möbel das Prädikat Hochglanz erhalten, werden sie mit einer speziellen Folie in Klavierlack-Qualität beschichtet. Dafür wird eine sehr glatte Folie mit speziellem Lack beschichtet, der bis zur Hälfte aus Lösemitteln besteht. Anschließend muss die Folie getrocknet und unter ultraviolettem Licht gehärtet werden. Der Vorgang benötigt jedoch viel Energie und Rohstoffe ‒ allein für den europäischen Möbelmarkt werden für die rund 100 Millionen Quadratmeter Folie 300 bis 500 Tonnen Lösemittel und 1.200 Megawattstunden Energie verbraucht. IOT und IOM wollen nun spezielle Lacke entwickeln, die ohne Lösemittel die zum Herstellen von Hochglanzfolien notwendige Dünnflüssigkeit haben. Zusätzlich soll die Farbe beim Auftragen auf die Folie mechanisch so bearbeitet werden, dass die für den Hochglanzeffekt verantwortliche, sehr ebene Oberfläche entsteht.

Projektleiter Prof. Dr. Reiner Mehnert will für den zweiten Schritt – das Aushärten der Lackschicht mithilfe von ultraviolettem Licht – zudem ein Verfahren nutzen, das im Rahmen eines fast abgeschlossenen DBU-Projektes erfolgreich weiterentwickelt wurde. Dank dieses weltweit einzigartigen Verfahrens kann auf die ansonsten benötigten Rezepturbestandteile zum Start der Aushärtereaktion verzichtet werden. Diese sind teuer, knapp am Markt und deren Rückstände in der Lackschicht belasten die Luft in den Räumen, in denen die Möbel später stehen. Zudem wird insgesamt weniger Lack aufgetragen. Verschiedene Firmen haben bereits Interesse an diesem Verfahren bekundet. Laut DBU-Generalsekretär Alexander hat das Projekt Modellcharakter. Anwendungsmöglichkeiten in anderen Branchen versprechen einen breiten Nutzen und damit große Umweltentlastung.

www.dbu.de



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