Verlag > Gefahrstoffe - Reinhaltung der Luft > Aktuell
   

News

05.02.2019

Messungen dermaler Gefahrstoffexpositionen systematisch untersucht

Wenn Beschäftigte am Arbeitsplatz Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ausführen, können sie diese auch über die Haut aufnehmen. Im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) wurde dazu die SysDEA-Studie durchgeführt, um Messmethoden zur Erfassung der dermalen Exposition vergleichen und standardisieren zu können. Der Abschlussbericht zeigt, dass es dafür keinen Königsweg gibt. Vielmehr ist es wichtig, vor einer Messkampagne eine geeignete Messstrategie festzulegen, um reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten. Zur Auswahl der Messstrategie gibt der Bericht wichtige Hinweise.

Um dermale Exposition zu messen, stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Dazu gehören Auffangmethoden wie Overalls, Entfernungsmethoden wie Waschen und Spülen sowie In-situ-Methoden, bei denen ohne Probenahme gemessen wird, beispielsweise mittels Fluoreszenzfarbstoffen. In der Studie wurden diese Verfahren miteinander verglichen. Untersucht wurden die Tätigkeiten Umfüllen, Rollen, Sprühen, Eintauchen sowie die Handhabung kontaminierter Objekte mit jeweils drei Produkttypen: einem staubigen Pulver sowie hoch- und niedrigviskosen Flüssigkeiten. Die Messmethoden waren: Overall versus Patches für die Körperexposition, Handschuhe versus Handwäsche für die Exposition der Hände sowie Kopfbänder versus Stirnabwischen für die Exposition am Kopf. Darüber hinaus wurde für alle Körperstellen eine Fluoreszenzmethode angewendet.

Bei der Körperexposition führt die Patch-Methode zu höheren gemessenen Expositionen als die Verwendung von Overalls für Tätigkeiten mit Flüssigkeiten – außer beim Rollen. Für Pulver zeigte sich kein signifikanter Unterschied. Im Vergleich zur Handwäsche wurden mit der Handschuhmethode beim Rollen und Handhaben von Gegenständen mit Flüssigkeiten deutlich höhere Expositionswerte für die Hände gemessen. Für Expositionssituationen mit Pulvern lieferte die Handschuhmethode deutlich höhere Expositionswerte beim Umgang mit kontaminierten Objekten, nicht aber beim Umschütten. Die Abschätzung der Körperexposition mit der Fluoreszenzmethode führte immer zu deutlich geringeren Expositionswerten als die obigen Methoden. Andererseits lassen sich mit einem Fluoreszenztracer die Expositionsverteilung und das Expositionsmuster leicht ermitteln. Dies ist hilfreich, um eine Messstrategie für die jeweilige Messkampagne festzulegen.

Der Bericht ist in englischer Sprache unter dem Titel "Systematic analysis of dermal exposure to hazardous chemical agents at the workplace (SysDEA)" erschienen und umfasst 235 Seiten. Er kann kostenfrei heruntergeladen werden.

www.baua.de/publikationen



IMPRESSUM  |  DATENSCHUTZ  |  © VDI Fachmedien & Co. KG 2019