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05.03.2019

Klärwerk Vechta heute beschwerdefrei

Das Oldenburger Münsterland und Vechta mittendrin: Ein schöner, durch reichlich Natur und Agrarwirtschaft geprägter Landstrich im Nordwesten Deutschlands. Draußen in der Feldmark betreibt die Kreisstadt mit 34.000 Einwohnern ihre Kläranlage. Der Westwind trägt den Abwassergeruch ein bis zwei Kilometer weit.
Zahlreiche Einleiter, Intensivproduktionen und angefaultes Abwasser aus der Druckrohrleitung: Vechtas Abwasserwerker sahen sich vor einer Herausforderung in Sachen Geruchsemissionen.

Die 1954 errichtete und mehrfach erweiterte Kläranlage am Bokerner Damm ist auf einen Einwohnergleichwert von 60.000 EW ausgelegt. Ihre Abwasserfracht entstammt einem Trennkanalnetz von insgesamt 330 km Länge, das von 135 Pumpstationen gespeist wird. Die Tagesabwassermenge beträgt rund 6000 m3. Durchschnittlich verweilt das Vechtaer Abwasser zwar nur einen halben Tag in der Kanalisation, doch der diskontinuierliche Zulauf und seine Zusammensetzung stellte die offene Konzeption des Rechengebäudes 2015 endgültig infrage. Als die Emissionen in der Umgebung nicht mehr vertretbar waren, orientierte sich der Fachdienstleiter der Stadtentwässerung auf dem Markt.

Vielversprechend erschien der Ansatz des bayrischen Spezialisten Fritzmeier Umwelttechnik. Dieser hatte eine Filteranlage entwickelt, die sich in vielerlei Hinsicht von den üblichen Lösungsansätzen unterschied. Stadt und Hersteller einigten sich auf einen befristeten Probebetrieb des Volumenmax bezeichneten Systems, das im Sommer 2016 aufgestellt wurde.

Im Inneren werkelt ein ausgeklügeltes Filtersystem. Das Rohgas strömt durch eine Filterkaskade aus physikalischen, biologischen und chemischen Komponenten – eine Eigenentwicklung des Herstellers, teils patentrechtlich geschützt. Fritzmeier ist der einzige Anbieter solcher Dreifach-Hybridsysteme. Sie basieren auf der coalsi-Filtertechnik, die mit demselben Wirkprinzip schon mehrtausendfach für Straßenkanäle und Abluftleitungen im Einsatz ist.

Vechta entschied sich zum Kauf der Anlage. Nach insgesamt drei Jahren wurde Bilanz auch aus dem Regelbetrieb gezogen: Die Anlage läuft bis dato zuverlässig, es gab keine Ausfälle.

Gerüche entstehen in Kläranlagen und in zahlreichen Produktionsprozessen meist durch biogene Zersetzung, womit sich temperaturabhängig Bakterien vermehren, die in anaerobem Milieu insbesondere Schwefelverbindungen und Ammoniak bilden.

www.coalsi.de
www.fritzmeier.com



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