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31.05.2019

BfR-Forschungsprojekt soll Qualität von Registrierungsdossiers zu Chemikalien erhöhen

In dem Forschungsprojekt ‚REACH Compliance‘ hat das BfR in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt (UBA) die Qualität von Registrierungsdossiers im Vergleich mit den Informationsanforderungen nach der REACH Verordnung untersucht. Dabei wurden die im März 2014 vorliegenden Informationen in 1814 Registrierungsdossiers zu Stoffen im Mengenband oberhalb von 1000 Tonnen pro Jahr (tpa) dahingehend überprüft, ob die erforderlichen Informationen zur Humantoxizität, zur Ökotoxizität und zur Exposition der Umwelt enthalten sind. Die Untersuchungen wurden anschließend zu Stoffen mit Mengen von 100-1000 tpa ausgedehnt und 2053 weitere Dossiers geprüft. Die Prüfung umfasste die für hochtonnagige Stoffe im Vordergrund stehenden Informationspflichten, die zusätzlich zu den Informationsanforderungen für niedrigtonnagige Stoffe zu erfüllen sind, z. B. zu den gesundheitlichen Langzeitwirkungen eines Stoffes.

Das BfR fand heraus, dass für Stoffe oberhalb von 1000 tpa die Informationen zu den insgesamt acht geprüften Endpunkten im Mittel in einem Drittel der Registrierungsdossiers nach den Vorgaben des Projekts als konform zu den REACH-Anforderungen zu bewerten waren. In einem weiteren Drittel fehlten wichtige Daten. Weitere 33 % der Registrierungsdossiers konnten im Rahmen des Projektes nicht abschließend bewertet werden.

Im Mengenband 100-1000 tpa erwiesen sich schließlich durchschnittlich 45 % der untersuchten Informationen zu den geprüften Endpunkten als konform zu den Anforderungen unter REACH. Rund ein Viertel der untersuchten Endpunkte in den Registrierungsdossiers wiesen Mängel auf. Mängel waren einerseits festgestellte Datenlücken, andererseits aber auch Mängel in der Begründung eines Datenverzichts. Daher kann nicht geschlussfolgert werden, dass die entsprechenden Dossiers alle unvollständig und lückenhaft sind.

Die Projektergebnisse stehen im Einklang mit den Ergebnissen der Qualitätsprüfungen der ECHA, die in etwa einem Drittel der Dossiers keine Notwendigkeit zu Datennachforderungen sieht. Die europäische Kommission hat die ECHA weiterhin damit beauftragt, den Umfang der gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsprüfungen von Registrierungsdossiers (‚Compliance Checks‘) erheblich auszuweiten. Die Verantwortlichkeit für diese Compliance Checks obliegt der ECHA.

https://www.echa.europa.eu/de/-/improving-compliance-is-echa-s-key-priority
https://www.bfr.bund.de



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