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16.08.2019

ARS-Absaugsystem gewinnt Umwelttechnikpreis 2019

Bei der Bearbeitung von Bauteilen, z. B. aus Holz oder faserverstärkten Kunststoffen, entstehen große Mengen feiner Stäube und Späne. Diese stellen eine hohe Gesundheitsgefahr für Beschäftigte dar (lungengängig, krebserregend) und können zudem einen Betriebsausfall der Maschinen verursachen.

Zur Entsorgung des Produktionsabfalls werden bisher leistungsstarke Absauganlagen eingesetzt, die Staub und Späne erfassen, ausfiltern und für die Entsorgung sammeln. Diese Anlagen haben jedoch bei bestimmten Bearbeitungsmaschinen einen sehr geringen Erfassungsgrad. Die Absaugung muss oft mit einem zu großen Abstand zum eigentlichen Entstehungsort montiert werden, um eine Kollision mit z. B. dem Fräsaggregat zu vermeiden. Das führt zu erheblichen Ablagerungen auf den Bauteilen, die nach der maschinellen Bearbeitung mit viel Aufwand händisch gereinigt werden müssen. Die Gefahr, dass Feinstaub eingeatmet wird, ist dabei sehr groß. Darüber hinaus kann die gefilterte, warme Luft bei bestimmten Materialien nicht zurück in die Halle geführt werden. Hohe Heizkosten sind die Folge. Ein weiterer Nachteil dieser Anlagen liegt in dem noch immer enthaltenen Feinstaub in der gefilterten Luft. Das sind je Bearbeitungsmaschine mehrere Gramm pro Tag, selbst bei eingesetzten Hepa-Feinstaubfiltern mit ‧einem Abscheidegrad von 99,95 %.

Das ARS-Absaugsystem der Fa. SCHUKO Bad Saulgau bietet eine neuartige Lösung mit einem komplett anderen Ansatz. Es nutzt anstelle des reinen Absaugens eine Kombination aus Abblasen und Absaugen. Über einstellbare Blasluftdüsen wird die Luft zielgerichtet über die Zerspanstelle in Richtung Absaugöffnung geblasen. Dort werden sämtliche Späne und Feinstäube erfasst und abgesaugt. Die Blasluftströmung hat eine 30-fach höhere Reichweite als Absaugströmungen. Mit diesem System werden vielfach mehr Späne und Stäube erfasst sowie die Staubemission am Arbeitsplatz und der Energiebedarf deutlich gesenkt.

Die Entwicklung fand in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung statt. Im Juli 2019 wurde das neue Absaugsystem mit dem Umwelttechnikpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet (3. Platz in der Kategorie III: Techniken zur Emissionsminderung, Aufbereitung und Abtrennung). Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg verleiht den Umwelttechnikpreis seit 2009 im Zwei-Jahres-Rhythmus für hervorragende und innovative Produkte in der Umwelttechnik. Ausgezeichnet werden Produkte, die einen bedeutenden Beitrag zur Ressourceneffizienz und Umweltschonung leisten und kurz vor der Markteinführung stehen oder nicht länger als zwei Jahre am Markt sind. Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Baden-Württemberg.

www.schuko.de



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