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10.09.2019

Neue Messmethoden für Chemikalien im menschlichen Körper

Das Bundesumweltministerium (BMU) und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) arbeiten seit 2010 an der Weiterentwicklung des Human-Biomonitoring. Das Ziel sind neue Methoden, mit denen sich Chemikalien im menschlichen Körper nachweisen und messen lassen. Die Ausarbeitung dieser Analysenmethoden ist aufwendig und benötigt Zeit. Deshalb wurde die Kooperation nun um weitere fünf Jahre bis 2025 verlängert.

Die Partner wollen für bis zu 50 Chemikalien, die etwa durch Lebensmittel, Luft, Kosmetika oder Gebrauchsgegenstände aufgenommen werden können, erstmals Messmethoden entwickeln. Damit kann anschließend die Belastung des menschlichen Organismus mit diesen Stoffen verlässlich gemessen werden. Mit Unterstützung eines Expertenkreises aus Forschung, Industrie und Fachbehörden wurden nun erneut relevante Stoffe ausgewählt: die bioziden Wirkstoffe Piperonylbutoxid (PBO), 5-Chlor-2-(4-chlorphenoxy)phenol (Diclosan) sowie Fipronil, außerdem 2,4-Di-tert-butylphenol (2,4-DTBP), ein Abbauprodukt eines häufig verwendeten Zusatzstoffes für Kunststoffmaterialien mit Lebensmittelkontakt.

2020 sollen drei weitere Stoffe ausgewählt werden, um die geplante Zielgröße von 50 Stoffen zu erreichen. Für 22 Stoffe ist die Methodenentwicklung bereits beendet. Die analytischen Methoden wurden und werden in anerkannten, internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht. An 21 weiteren Stoffen wird derzeit gearbeitet. Für vier ausgewählte Stoffe konnte die Methodenentwicklung aufgrund analytischer Schwierigkeiten nicht erfolgreich abgeschlossen werden.

Im Fokus der Zusammenarbeit von BMU und VCI stehen Stoffe, für die es bisher keine geeignete Messmethode gibt, denen die Bevölkerung aber potenziell vermehrt ausgesetzt ist oder die eine besondere Gesundheitsrelevanz haben können. Für die Entwicklung der Nachweismethoden hat der VCI die Verantwortung übernommen. Für die Anwendung der Methoden in geeigneten Studien liegt die Verantwortung beim BMU, das hier eng mit dem Umweltbundesamt (UBA) zusammenarbeitet. 

Die mit dem BMU/VCI-Projekt erzielten Fortschritte haben dazu beigetragen, dass Deutschland auch die Koordinierung des EU-weiten Programms HBM4EU zum Human-Biomonitoring übertragen wurde. Im Zeitraum von 2017 bis 2021 stellt die EU-Kommission 50 Millionen Euro zur Verfügung, um die Human-Biomonitoring-Aktivitäten der EU-Mitgliedstaaten und einiger assoziierter Staaten zusammenzuführen und weiterzuentwickeln. Das UBA koordiniert und steuert das Vorhaben und bringt dort auch die Ergebnisse aus der Kooperation von BMU und VCI ein.

www.bmu.de
www.vci.de



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