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15.05.2018

Kohlekraftwerks-Emissionen mit gravierenden Auswirkungen auf Gewässerqualität

Mit dem Regen landet dieses Nervengift dann auch in unseren Gewässern, welche flächendeckend bereits starke Belastungen vorweisen.

Emissionen aus Kohlekraftwerken gefährden nicht nur die Klimaschutzziele, sondern belasten zusätzlich Flüsse und Seen. Deutsche Kohlekraftwerke emittieren jedes Jahr über fünf Tonnen des Nervengifts Quecksilber in die Luft. Ein erheblicher Teil davon landet dann mit dem Regen auch in unseren Gewässern. Bereits heute wird in allen deutschen Flüssen der angegebene Grenzwert der Umweltqualitätsnorm (UQN) für Quecksilber überschritten. Die giftigen Emissionen aus Kohlekraftwerken tragen somit auch zu einer Verfehlung der Umweltziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie bei. Vor diesem Hintergrund fordert der NABU strengere Auflagen für die vorgeschriebenen Grenzwerte der Kohlekraftwerksemissionen.

Ebenfalls alarmierend ist die Tatsache, dass das Quecksilber über die Nahrungskette auch vom Menschen aufgenommen werden kann. Fische aus Rhein, Elbe und Donau sind nach Angaben der Bundesregierung bereits seit über 15 Jahren schwer belastet. Besonders toxisch sind organische Verbindungen des Quecksilbers wie z. B. Methylquecksilber, welches z. B. im Organismus von Fischen aus Quecksilber gebildet wird.

Europaweit betrachtet ist Deutschland aufgrund des hohen Anteils an Kohlekraftwerken im Energie-Mix Spitzenreiter in Sachen Quecksilberemissionen. Dieser Trend wird zusätzlich durch die besonders umweltschädliche Braunkohleverstromung verstärkt. Bei der Verhinderung von Grenzwerten hat die Kohle-Lobby in der Vergangenheit ganze Arbeit geleistet. Somit sollen geplante europäische Grenzwerte erst ab 2020 in Kraft treten. Diese Grenzwerte sollen den Quecksilbergehalt der Braunkohlekraftwerks-Emissionen auf maximal 7 Mikrogramm Quecksilber pro Kubikmeter begrenzen und für Steinkohlekraftwerke soll bei vier Mikrogramm pro Kubikmeter Emission der Grenzwert liegen.

Bis die Quecksilbergrenzwerte in Kraft treten, gibt es allerdings quasi einen Freifahrtschein für die Kohleindustrie. Das ist besonders frustrierend, da bereits heute etablierte und kosten-günstige technische Verfahren auf dem Markt sind, mit denen der Quecksilberausstoß reduziert werden kann. Die dabei erzielbaren Grenzwerte unterschreiten dazu noch deutlich die vorgesehenen Grenzwerte der EU.

Höhere Quecksilbergrenzwerte sind ein erster wichtiger Schritt, schädliche Einträge in Oberflächengewässer und in das Grundwasser zu vermindern. Mittelfristig muss aber auch der Weg dafür geebnet werden, ganz auf fossile Energieträger zu verzichten. Wenn wir die naturverträgliche Energiewende durch mehr Effizienz und erneuerbare Energien voranbringen, kommen wir weg von der Kohle und können Mensch und Natur entlasten.

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