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06.11.2018

Öffentliche Bestellung und Vereidigung für die Überprüfung von Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern

„Verdunstungskühlanlagen und Nassabscheider bergen ebenso die Verbreitungsgefahr legionellenbelasteter Aerosole wie Warmwasseranlagen. Legionellen sind Bakterien, die beim Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen, von grippeartigen Beschwerden bis zu schweren Lungenentzündungen“, erklärt der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger e.V..Entsprechend sei man erfreut, dass künftig die gesetzlich festgelegte Überprüfung der Anlagen durch öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige erfolgen muss, die nachweislich über eine besonders hohe Fachkunde verfügen.

Legionellen sind weltweit verbreitete Umweltkeime, die ein natürlicher Bestandteil von Oberflächengewässern und vom Grundwasser sind. Sie werden dann für den Menschen gefährlich, wenn sie durch das Einatmen von legionellenhaltigen Wassertröpfchen (Aerosolen) in die Lunge gelangen. Bei Trinkwasserinstallationen kann dies z. B. beim Duschen geschehen, weshalb der Gesetzgeber in der Vergangenheit bereits Auflagen zum Schutz vor Legionellen in Trinkwasserinstallationen erlassen hatte. Hunderte von Erkrankungen sowie mehrere Todesfälle sind z. B. bei Legionelloseausbrüchen in Ulm (2010), Warstein (2013) und Jülich (2014) durch die Freisetzung von Legionellen in die Atmosphäre aus Verdunstungskühlanlagen verursacht. Die Bundesregierung veranlasste daraufhin eine auf der VDI-Richtlinie 2047 aufbauende, verbindlich-rechtliche Regelung zu schaffen: Die Verordnung für die Errichtung und den Betrieb von Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern vom 12. Juli 2017 (42. BImSchV, BGBl. I S. 2379; 2018 I S. 202), welche am 19. August 2017 in Kraft trat. Seit dem Inkrafttreten gelten Anforderungen zur Eigenüberwachung und eine Informationspflicht gegenüber der zuständigen Aufsichtsbehörde über den Betrieb der Anlagen und bei Überschreitung bestimmter Grenzwerte.

Seit dem 19. Juli 2018 gilt gemäß § 13 der 42. BImSchV die Pflicht zur Anzeige von Anlagen, Änderungen, Stilllegungen und Betreiberwechsel durch den Betreiber. Die Pflichten der Anlagenbetreiber bestehen unabhängig davon, ob die Anlage genehmigungsbedürftig nach § 4 Bundes-Immissionsschutzgesetz ist oder nicht, darin enthalten ist in § 14 die Pflicht zur Überprüfung des Anlagenbetriebes, zum Beispiel durch öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige. Damit wurden erstmals und umfassend die Anforderungen an Aufbau, den Betrieb und die Überwachung für ca. 30.000 Anlagen in Deutschland rechtlich festgelegt.

Weitere Informationen für die fachlichen Voraussetzungen unter https://www.ifsforum.de/fileadmin/user_upload/7525.pdf



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